9. Sternmarsch in der Lausitz

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Am ersten Sonntag des Jahres fand der 9. Sternmarsch der Lausitzer Dörfer Kerkwitz, Grabko und Atterwasch statt. Die alljährliche Protestaktion richtet sich gegen die Pläne für den Braunkohletagebau Jänschwalde Nord, der die Abbaggerung der drei Dörfer vorsieht. Rund 900 Einwohner sind hier von der Umsiedlung bedroht.

Trotz der eisigen Temperaturen gingen wir und rund 800 weitere Braunkohlegegner*innen am Sonntag gegen diese sinnlose Zerstörung der Lausitzer Kulturlandschaft auf der Straße. Denn wäre die drohende Abbaggerung der Dörfer nicht schon schlimm genug, so hören die Probleme damit noch lange nicht auf. Die Verstromung von Braunkohle hat von allen fossilen Brennstoffen den höchsten CO2-Ausstoß und belastet zusätzlich unsere Atemluft mit giftigen Stoffen wie Arsen und Quecksilber. Außerdem sind die riesigen Kohlegruben Ursache für die Verockerung und Sulfatbelastung von Flüssen. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung den Kohleausstieg beschließt, denn sonst können die Klimaschutzziele nicht erreicht werden und noch mehr Kulturlandschaft mitsamt wertvoller landwirtschaftlicher Flächen würde verloren gehen.

Dieses Jahr nahm mit Sabine Toepfer-Kataw (CDU), der Staatssekretärin für Justiz und Verbraucherschutz, erstmals auch ein Mitglied der Berliner Landesregierung offen an den Protesten teil. Sie erklärte: "Eine Landesplanung, die ihre Dörfer zerstört und unser Trinkwasser verdreckt und damit verteuert, kann es mit uns nicht geben." Ein klares Zeichen, da die Brandenburger Politik aufgrund der gemeinsamen Landesplanung auch auf Berlins Zustimmung für neue Tagebaupläne angewiesen ist. Während Teile der deutschen Politik also langsam Abstand von der Kohle nehmen, sieht es auf der polnischen Seite der Neiße leider ganz anders aus. Im Gebiet um Gubin, direkt an der Grenze, ist ein neuer Großtagebau geplant. Ihr könnt mithelfen, die Pläne zu stoppen, indem ihr bis zum 8. Januar eure Einwendung bei der Grünen Liga Umweltgruppe Cottbus einreicht.

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